Nach der langen Trockenperiode waren wir alle sehr froh um den heiss ersehnten Regen – nur bitte nicht genau an unserem Turnerinnenausflug!!
Wir 26 Frauen liessen uns am Morgen bei der Abfahrt die gute Laune und Vorfreude nicht verderben.
Nach einem kurzen Kaffee- und Gipfeliaufenthalt in und um die Kartause Ittingen hofften wir auf besseres Wetter am Untersee (Teil des Bodensees). Weil das Wandern am Seeufer aber dann doch eine nasse Angelegenheit geworden wäre, entschieden wir uns für die Kurzvariante auf dem normalen Kiesweg Richtung Gottlieben. Dadurch hatten sogar alle Teilnehmenden die Möglichkeit, das thurgauische schmucke Riegelbaustädtchen ausgiebig zu bewundern. Zudem gibt es da auch eine faszinierende kleine Seidenmanufaktur, die es uns interessierten Frauen angetan hatte.
Eine sehr informative und interessante Führung in der Fabrikation der bekannten „Gottlieber Hüppen“ zeigte uns die vielen Arbeitsschritte und die peinlichste Sauberkeit, die es für die Herstellung der süssen Rollen braucht bis sie verkaufsbereit sind. Natürlich gehörte auch das Schlemmen und Probieren der Köstlichkeiten dazu!
In Konstanz erwartete uns das gediegene altehrwürdige Hotel Halm. Gespannt warteten wir auf die Zuteilung der Doppel- und Einzelzimmer.
Nach dem Koffer auspacken (oder direkt „lädele“) lockte der Apéro unter den Bäumen eines kleinen Uferbistros.
In kurzer Gehdistanz befindet sich das bekannte Restaurant Konzil mit seiner langjährigen Geschichte. Hier wurde vor mehr als 600 Jahren das erste und letzte Mal auf deutschem Boden ein Papst ernannt (Papst Martin V.).
In diesen geschichtsträchtigen Räumen sehr gut zu essen, war schon etwas Spezielles.
Der im orientalischen Stil gehaltenen Saal des Hotels Halm erwartete uns am Folgetag mit einem sagenhaften Frühstücksbuffet, das keine Wünsche offen liess.
Mit vollen Mägen schlenderten wir alle zur Dreifaltigkeitskirche, wo die erstaunten Frauen erfuhren, dass die Kunstwerke Tabernakel und die in Holz geschnitzte Kanzel ursprünglich in der alten Michaelskirche in Zug gestanden hatten. Wegen Geldknappheit für die Erbauung der neuen Michaelskirche wurden sie Anfang des 20. Jahrhunderts günstig an den Konstanzer Bischof verkauft. Leider merkten die Zuger ihren Kapitalfehler zu spät und wollten einige Jahre später die Kunstwerke zurückkaufen. Aber die Konstanzer liessen nicht mehr mit sich verhandeln.
Ein weiteres Raunen ging durch die Gruppe, als wir etwas weiter, hoch oben auf dem Schnetztor einen Räbegäuggel entdeckten. Er heisst zwar in Konstanz „Blätzlebueb“, wurde jedoch tatsächlich vom Baarer Künstler Geny Hotz auf Anfrage der Fasnachtsgesellschaft Konstanz entworfen.
An den wundervoll renovierten Altstadthäusern vorbei ging es wieder Richtung Hafen zur 9m grossen, sich um sich selbst drehenden Statue „Imperia“.
Die symbolisierte Kurtisane steht für die Stärke der Frauen im Hintergrund. Sie lässt auf ihren ausgestreckten Händen die Mächtigen der Welt als winzige Gaukler tanzen.
Ihr Künstlervater hat diese Figur gegen den Willen des konservativen Konstanz errichten können, weil sie auf dem Boden der Deutschen Bahn steht und in deren Namen gebaut worden ist (Peter Lenk, gebaut 1993). Mittlerweile ist die „Imperia“ eine beliebte Touristenattraktion und Publikumsmagnet geworden.
Nach so viel Wissensvermittlung ging es per Car zur Anlegestelle der Fähre nach Meersburg. Dadurch gewährten wir unserem Chauffeur Bruno ein paar wohlverdiente Ruhestunden. Die Fahrt bescherte uns eine angenehme Brise und kurze Erholung – war es doch in der Zwischenzeit wieder richtig heiss geworden.
Das bekannte Städtchen erkundeten alle auf eigene Faust.
Ein kurzer Anruf beim Chauffeur genügte schon, dass er pünktlich bei unserer Rückkehr wieder mit seinem Car auf uns wartete und mit uns Richtung Baar steuerte.
Beim Dorf Ricken zweigten wir ab Richtung Uznach, wo beim Restaurant „Bildhaus“ unser letzter Halt stattfand. Ein ausgezeichnetes „kleines“ Vesperplättli mit nachträglicher Spezialität des Hauses: Zwetschgenkuchen zum Dessert genossen wir zum Abschluss.
Bevor es endgültig nach Hause ging, genossen wir den Weitblick über den oberen Zürichsee bis zum Albis und freuten uns voller schöner Eindrücke auf unsere Daheimgebliebenen.
Turnerinnen B TV Baar
R. Blatter
